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Bild: © Photocase.de

»Die Bakchen« in München

Inhalt

Ein Gott, Dionysos, tritt auf, der das Bestehende zum Unbeständigen macht, das Feste zum Schwanken bringt, der das Gewohnte Schritt für Schritt auflöst. Er fordert Glauben, einen Glauben, der die Erscheinung des Gottes zur Grundlage seines Erkennens macht. Dionysos will erkannt und damit anerkannt werden. Es geht von Anfang an um Anerkennung, zunächst um die des Gottes, dann aber um die Frage: wie viel Fremdheit hält die bestehende Ordnung aus, wie viel davon kann sie in ihr System integrieren. Dionysos hat seinen Auftritt vorbereitet: Seinem Ruf sind die thebanischen Frauen in das Gebirge gefolgt, sie haben die Stadt verlassen. Ihm nachfolgend besetzen seine Mänaden, der Chor, die Stadt. Pentheus, der junge Herrscher, stellt sich dagegen. Er glaubt an seine Rationalität, die Vernunft des ordentlichen Staates, die er mit allen Mitteln aufrechterhalten will. Er glaubt nur an das, was er sieht, und in Dionysos sieht er nur einen Blender und Verblender, keinen Gott. Aber seine Mittel, die direkte Gewalt des Herrschenden, greifen nicht. Um zu sehen, was wirklich vorgeht, und weil ihn das unbekannt Fremde doch lockt, überlässt er sich der Verführung des Dionysos.

Titel: Die Bakchen Autor: Euripides Regie: Dieter Dorn Bühnenbild: Stefan Hageneier Kostüm: Stefan Hageneier, Monika Staykova Darsteller: Ulrike Arnold, Sibylle Canonica, Lena Dörrie, Katharina Gebauer, Anna Riedl, Gisela Stein, Rolf Boysen, Burchard Dabinnus, Jens Harzer, Helmut Stange, Fred Stillkrauth, Rudolf Wessely Termin: 11. Oktober 2005 Kontakt: Bayerisches Staatsschauspiel, München