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Bild: © Photocase.de

Anton Tschechow »Platonow« in Berlin

Inhalt

Ein russisches Landhaus mit einem Haufen gelangweilter Leute: verarmte Gutsbesitzer, ein Kaufmann, ein Arzt, ein Geldverleiher, ein Pferdedieb. Obwohl keiner den anderen sonderlich mag, verbringt man die Zeit zusammen und versucht sie totzuschlagen - durch flirten, durch reden
dadurch, dass man seinen Nachbarn quält. Die materielle Sicherheit ist hier längst verschwunden, die moralischen Werte ebenso.
Inmitten dieser zerbröckelnden Welt lebt Platonow. Einst war er ein hochbegabter Student mit Idealen, jetzt ist er ein zynischer Dorflehrer ohne Hochschulabschluss. Platonow nimmt sein eigenes Versagen intensiv und schmerzhaft wahr, doch hat er weder die Kraft noch die Willensstärke, um etwas daran zu ändern. Trotzdem - oder gerade deswegen – verfallen ihm die Frauen: die schöne Witwe Anna Petrowna begehrt ihn, seine Jugendliebe Sofia will mit ihm in die Stadt fliehen, die junge Maria Grekowa will ihn retten und seine Ehefrau Sasha liebt ihn trotz wiederkehrender Enttäuschungen fest und beharrlich. Platonow ist derweil von Selbsthass und Selbstmitleid so zerfressen, dass er zu keiner Frau ja oder nein sagen kann, und diese Lähmung führt zwangsweise zur Katastrophe.

Tschechows erstes Stück, das 1923, zwanzig Jahre nach seinem Tod entdeckt wurde, ist das böse, komische Porträt einer lethargischen, maroden Welt, die von der Liebe zersprengt wird.

Autor: Anton Tschechow Titel: Platonow Regie: Luk Perceval Bühnenbild: Annette Kurz Kostüm: Ursula Renzenbrink Regie: Ulrich Voß, Christina Geiße, Karin Neuhäuser, Michael Rastl, David Ruland, Horst Hiemer

Schaubühne am Lehniner Platz
Kurfürstendamm 153
10709 Berlin