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Bild: © Photocase.de

»Die Verwirrungen des Zöglings Törless« in Berlin

Inhalt

Schauspieler des Prager Kammertheaters und des Deutschen Theaters spielen zusammen in Dušan David Parizeks Theaterfassung von »Die Verwirrungen des Zöglings Törless« (in deutscher Sprache). Ein Grund für dieses Zusammenwirken: Robert Musils psychologischer Roman von 1906 spielt in einem Land, in dem, ähnlich wie in der heutigen nach Osten hin erweiterten EU-Staatengemeinschaft, die Grenzen fließend waren und die Kulturen gemischt (oder vielmehr: parallel) — in der K.u.K.-Monarchie. In einer Kadettenanstalt im heutigen Tschechien werden die Schüler in ihrer Gefühlswelt ganz sich selbst überlassen. Die Gruppe erfährt die allgemeingültigen Mechanismen von Strafe und Vergeltung, von Verführung und Scham, von Hass und Ekel. Törless, der geistig aktivste und zugleich unbeteiligste der Jungen, verkörpert dabei bereits die Suche, für die der Autor des »Mann ohne Eigenschaften« posthum berühmt werden sollte: »Zwischen dem Leben, das man lebt, und dem Leben, das man fühlt, ahnt, von ferne sieht, liegt wie ein enges Tor die unsichtbare Grenze, in dem sich die Bilder und Ereignisse zusammendrücken müssen, um in den Menschen einzugehen.« Törless sucht dieses Tor um jeden Preis.

Titel: Die Verwirrungen des Zöglings Törless Regie: Dušan David Parizek Darsteller: Gabriela Mičová, Gabor Biedermann, Jirí Cerný, Alexander Khuon, Niklas Kohrt Termin: 3. September 2003 Kontakt: Deutsches Theater Berlin