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Bild: © Photocase.de

»Elementarteilchen« in München

Inhalt

Seit seinem Debutroman 1994 "Ausweitung der Kampfzone" gehört Michel Houellebecq zu den meistdiskutierten Schriftstellern unserer Zeit. "Elementarteilchen" (1998) traf und trifft unsere Gesellschaft ins Herz: Erzählt wird vom Leben zweier Halbbrüder, die Ende der fünfziger Jahre geboren werden, verschiedene Väter haben, bei unterschiedlichen Großmüttern aufwachsen und von einer enthemmten Mutter vernachlässigt werden. Der eine ein Sexsüchtiger und nie befriedigter Lehrer, kaputte Ehe, kaputter Beruf, ein kluger Beobachter der Gegenwart, ein Schreiber
der andere ein asketisch lebender Biologe, Gentechniker, der am Leben nicht teilhat und sich der Forschung völlig verschrieben hat. Er macht jene revolutionäre Erfindung, die scheinbar den Tod und das Alter überwindet: das Klonen. Beide Brüder sind traurige Menschen, die in der Mitte ihres Lebens noch einmal die Chance bekommen, lieben zu dürfen. Beide Lebensgeschichten werden durch den Tod der Frauen abgebrochen
der eine verdämmert den Rest seines Lebens in einer Nervenheilanstalt, der andere erfindet die Unsterblichkeit und bringt sich um. Houellebecq erfindet eine raffinierte Erzählperspektive, die es ihm ermöglicht, mit Lakonie, einer eigentümlichen Distanz, manchmal sogar Leichtigkeit und voller Empathie auf unsere jüngere Vergangenheit zu blicken: Er erzählt von unserer Angst vor Tod und Alter, vom Verlust der Schönheit und sexueller Potenz, er erfindet anrührende Lebens- und Liebesgeschichten. Johan Simons und seinen Schauspielern gelingt eine kongeniale, dichte Umsetzung dieses wichtigen Romans. Die Inszenierung wurde zum Berliner Theatertreffen 2005 eingeladen.

Titel: Elementarteilchen Autor: Michel Houellebecq (Bühnenfassung von Tom Blokdijk und Koen Tachelet) Regie: Johan Simons Bühnenbild: Jens Kilian Kostüm: Tina Kloempken Musik: Markus Hinterhäuser Termin: 29. November 2005 Kontakt: Münchner Kammerspiele