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Bild: © Photocase.de

»Faust I« in Stuttgart

Inhalt

Im PROLOG IM HIMMEL präsentiert 'der Herr' zunächst Faust als seinen Musterfall, der das Gelingen der Schöpfung Mensch belegen soll. Mephisto erhält die Lizenz, Faust zu versuchen und von seinem Weg abzubringen. Faust selbst erscheint am Beginn des Stücks als verzweifelter Intellektueller. Seine Wissenschaft sieht er gescheitert, das Experiment mit der Magie übersteigt sein Vermögen – da kommt Mephistos Pakt-Angebot gerade recht. Faust formuliert mit seinem Wetteinsatz sein fortan geltendes Lebensprinzip: rastlose Tätigkeit, die nicht einmal mehr die Glückserfahrung im 'schönen Augenblick' zulässt. Mit dieser Maxime im Nacken begibt sich Faust auf den Weg der sinnlichen Welterfahrung.

Der verjüngte Faust stürzt sich auf die 'Dirne' Gretchen, um sie gleich darauf als den 'Engel' Margarete, der ihm 'alles' sein soll, zu vergöttern. Den Projektionen Fausts steht die Realität der ständisch-kleinbürgerlichen Lebenswirklichkeit Margaretes entgegen. Mit der Frage nach Fausts Religion versucht Margarete, Faust in die bestehende soziale Ordnung einzubinden. Doch die ist, wie Margarete selbst, bereits korrumpiert und dem Untergang geweiht. Absichtslos, doch unausweichlich als Konsequenz aus seiner selbstgewählten Existenzform, muss Faust über Leichen gehen und Margaretes 'kleine Welt' zerstören.

Am Beginn steht eine verzweifelte Kreatur, hochgebildet und hoffnungslos. Daraus wird der moderne Machtmensch Faust. Diesen Trip der Entgrenzung und bedingslosen Transformation mit seinen übersinnlichen Visionen und Bildern in Bezug zu unserer Lebenserfahrung und damit zu uns selbst zu setzen, ist der Impuls, der Hasko Webers Auseinandersetzung mit Goethes Text prägt.

Regie: Hasko Weber Autor: Johann Wolfgang Goethe Darsteller: Bernhard Conrad, Susana Fernandes Genebra, Cornelia Kempers, Ernst Konarek, Rainer Philippi, Sebastian Röhrle, Mandy Rudski, Sebastian Schwab, Michael Stiller, Bijan B. Zamani Bühnenbild: Cary Gayler Kostüm: Regine Standfuss Kontakt: Schauspiel Stuttgart