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Bild: © Photocase.de

Henrik Ibsen »Klein Eyolf« in Stuttgart

Inhalt

Nicht die mangelnden Gefühle sind das Problem in der manchmal so unterkühlt wirkenden Welt Ibsens, es sind die Objekte der Liebe, die ihren eigenen, leider ganz anderen Liebenswillen haben. Ingenieur Borgheim möchte ein Leben mit der geliebten Asta planen, doch die hat nur Augen für Alfred. Alfred ist aber unglücklicherweise nicht nur ihr Stiefbruder, sondern auch verheiratet mit Rita. Beide haben ein Kind, das in eben dem Moment, als sich das Paar verliebt ins Nebenzimmer zurückzog, stürzte und zum Krüppel wurde. Alfred flieht vor Schwester, Frau und Kind – in die Geisteswelt. Über ‚Die menschliche Verantwortung' will er schreiben. Nach Jahren vergeblicher Mühen, etwas Bleibendes zu Papier zu bringen, beschließt er jetzt, der Theorie den Rücken zu kehren und sich nun ganz seinen familiären Pflichten zu widmen – als sorgender Vater, nicht als liebender Ehemann. Praktisch will er sich nun ganz der Verantwortung hingeben, seinem behinderten Sohn Klein Eyolf das beste aller möglichen Leben bereiten. Seine geliebte Schwester, die er heimlich auch gern Eyolf nennt, steht ihm dabei gern zur Seite. Rita will nicht mitansehen, wie sie als Kindsmutter und Ehefrau ins Abseits gestellt wird. Sie fordert ihren geliebten Mann zurück: »Mein Leben will ich leben. Zusammen mit dir.« Keine Theorie, keine andere Frau, nicht einmal das eigene Kind soll sich ihrer Liebe mehr in den Weg stellen dürfen. Ibsen zeigt das ‚Verantwortungsgefühl' als eine Chimäre: Seine Menschen sind zwischen Gefühl und Verantwortung hin- und hergerissen und verlieren ihre Orientierung. Alle wollen sie das Beste – und kennen doch den Weg nicht.

Autor: Henrik Ibsen Titel: Klein Eyolf Regie: Hasko Weber Dramaturgie: Kekke Schmidt Termine: 17. (Premiere)/ 22./ 23. Mai 2006

Schauspiel Stuttgart
Oberer Schlossgarten 6
70173 Stuttgart