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Bild: © Photocase.de

»König Ottokars Glück und Ende« in Wien

Inhalt

Der grausame Böhmenkönig Ottokar, glücksverwöhnt und unberechenbar, ist tot. Stattdessen ist mit dem bescheidenen Rudolf von Habsburg endlich Frieden in Österreich eingekehrt. Tyrannische Willkür wurde ersetzt durch gottesfürchtige Milde, und somit ist der Weg frei für eine Geschichte, die siebenhundert Jahre andauerte und den Titel trägt: "Die Habsburger in Österreich". Mit dieser Sichtweise aufs Stück sind seit der Uraufführung von "König Ottokars Glück und Ende" viele Inszenierungen über die Bühne gegangen - Rudolf von Habsburg als Türsteher zum Eingang einer neuen, besseren Zeit. Dabei stellte sich heraus, was für eine großartige Projektionsfläche für die jeweiligen politischen Sichtweisen Grillparzers Stück bot. Eigentlich müsste es demnach "Die Machtübernahme der Habsburger als Entwicklung zum Guten, Gerechten, Geordneten" heißen. Es heißt aber "König Ottokars Glück und Ende" und davon handelt es - vom Glück und Ende eines Menschen und davon, dass das eine manchmal unmittelbar mit dem anderen zusammenhängt. Als 1955 das Burgtheater mit "König Ottokars Glück und Ende" wiedereröffnet wurde, waren der Premiere lange Diskussionen vorausgegangen. Zunächst sollte mit Goethes "Egmont" das Stück eines Deutschen im neuen Haus am Ring gespielt werden. Durch beharrliche Interventionen von politischer Seite wurde das jedoch vereitelt und stattdessen das österreichische Drama schlechthin für den feierlichen Akt gewählt. Grillparzer selber notierte 1825 nach der Uraufführung seines Stücks: "Wer sich unter die volkstümlichen Kleien mischt, dem geschieht recht, wenn ihn die patriotischen Schweine fressen."
Martin Kusejs Inszenierung von "König Ottokars Glück und Ende" ist eine Koproduktion mit den Salzburger Festspielen

Überschrift: König Ottokars Glück und Ende Überschrift: Franz Grillparzer Überschrift: Martin Kušej Überschrift: Martin Zehetgruber Überschrift: Heide Kastler Überschrift: 15. Oktober 2005 Überschrift: Burgtheater, Wien