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Bild: © Photocase.de

»Mein Kampf« in Oberhausen

Inhalt

Im Männerwohnheim der Frau Merschmeyer in der Wiener Blutgasse spielen der jüdische Bibelvertreter Schlomo Herzl und der kaputte Koscher-Koch Lobkowitz ihr Spiel vom Herrgott und seinem auserwählten Volk. Als ein gewisser Hitler aus Braunau am Inn in die Stadt des Walzers kommt, um an der Kunstakademie zu studieren, nimmt sich Schlomo seiner an. Er verpasst ihm einen neuen Haarschnitt und stutzt seinen Bart auf eine „respektable Zahnbürste“. Nachdem er von der Akademie abgelehnt wurde, weil Werke wie „Mein Hund im Zwielicht“ nicht den Gefallen der Jury fanden, offenbart Hitler seinem neuen Freund seine Welteroberungspläne. Er beginnt mit Frau Tod eine wunderbare Freundschaft und macht Schlomos Freundin Gretchen zum BDM-Mädchen. Während „sieben Tiroler Lederdeppen“ das Asyl braun tünchen, schlachtet Hitlers Adlatus Himmlichst Schlomos Huhn Mizzi und serviert den blutigen Kadaver. Schlomo erkennt: „Ich war zu dumm, zu wissen, dass manche Menschen Liebe nicht ertragen können.“ Taboris Groteske über den vergeblichen Versuch, die Zerstörungswut eines Größenwahnsinnigen mit mütterlicher Liebe zu heilen, begegnet dem Schrecken des Holocaust mit schwarzem Humor. In der zwischen Komik und Grauen balancierenden Farce erscheint der Faschismus als monströse, aber ebenso banale Ersatz-Utopie eines verhinderten Künstlers.

Titel: Mein Kampf Autor: George Tabori Regie: Michael Witte Termin: 18. November 2005 Kontakt: Theater Oberhausen